Die Anfänge (Vorgeschichte und Organisation der Spiele)
Im Jahr 1970 wurden alle deutschen Komponisten vom "Organisationskomitee für die Spiele der XX. Olympiade München 1972" eingeladen, eine Olympia-Fanfare zu schaffen. Das Musikstück durfte nach Belieben instrumentiert werden, sollte nicht länger als zwei Minuten dauern und von dreiteiliger Form sein: Ein Kennmotiv von etwa zehn Sekunden, ein Mittelteil und eine "akustisch-dynamisch und musikalisch gesteigerte Reprise". Einsendeschluss für den Wettbewerb, an dem auch Amateure teilnehmen durften, war der 31. Dezember 1970. In der Jury saßen Komponisten, Musikwissenschaftler, Musikhochschuldirektoren, Rundfunk- und Fernsehschaffende sowie zehn aktive Sportler.
Am Samstag, dem 24. April 1971, fand die Endausscheidung zur Wahl der Olympia-Fanfare live im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF statt (siehe Fotos unten). Der Komponist und Arrangeur Herbert Rehbein, ein Weggefährte von Bert Kaempfert, nahm mit seiner Komposition an dem Wettbewerb teil (siehe Partitur oben). Unter mehr als 700 Einsendungen waren sechs Kompositionen für das Finale ausgewählt worden. Moderator Harry Valérien verkündete das Ergebnis: Rehbeins Stück hatte die meisten Stimmen erhalten und damit gewonnen. OK-Chef Willi Daume überreichte ihm eine erste Goldmedaille, und anschließend war das obligatorische Torwandschießen angesagt. Wieviele Treffer Rehbein erzielte, ist leider nicht überliefert.