Münchens legendäre Sternstunde (Die Eröffnungsfeier)
"Natürlich wird die Musik, die ich zu komponieren gedenke oder die ausgesucht wird, keine Jazzmusik sein, sondern
Edelhagens Resümee: „Diese Eröffnungsfeier war eine Sternstunde, auch für mich.” Dabei hatte man sein Orchester kaum live gehört: Die Lautsprecher im Olympiastadion waren auf Band geschaltet. Nur wenn der Computer-Zeitplan in Gefahr war, regelten die Toningenieure für Augenblicke die Trommler hoch, um Übergänge zu kaschieren. Die anwesenden Journalisten jedenfalls waren von diesem musikalischen Geniestreich so begeistert, dass sie Kurt Edelhagen spontan die erste Goldmedaille dieser Spiele zusprachen. Und auch Zeremonienmeister Siegfried Perrey (im Foto unten rechts), der zuvor die Besorgnis geäußert hatte, die Athleten könnten unter dieser Musik womöglich "reintanzen wie die Känguruhs", war schließlich zufrieden.
Auf Willi Daumes Anfrage, ob er Lust habe, Die Olympia-Musik zu machen, hatte Edelhagen sofort zugesagt. Als Verantwortlicher für Idee, Gestaltung und Produktion wählte er Volksmusikstücke aus allen Erdteilen und ließ sie von den drei Arrangeuren Peter Herbolzheimer, Dieter Reith und Jerry van Rooyen zu einer originellen Mischung aus Folklore und Swing aufpeppen. Eineinhalb Jahre Arbeit steckten Kapellmeister Edelhagen und sein Team in die 90-minütige Festmusik. Edelhagen: „Zu der perfekten Technik wollte ich das akustische Pendant liefern.” Wem schließlich die Lorbeeren zustanden, war strittig: Missklänge übertönten die Lobeshymnen, denn Edelhagens Mitarbeiter reklamierten den Erfolg für sich. Ein Jahr später erhielten alle Beteiligten das Bundesverdienstkreuz.
Orchester Kurt Edelhagen: Einzug
der Nationen, Ouvertüre (MP3-Datei, 2,78 MB)
Orchester Kurt Edelhagen: Einzug der Nationen, Finale (MP3-Datei, 2,15 MB)