Glanzvolle Wettkämpfe (Die sportlichen Höhepunkte)

Turnen: Olga Korbut, der Liebling des Publikums

 

 

 

Olga Korbut
Die siebzehnjährige Sowjetrussin Olga Korbut gewann in der Olympiahalle die Sympathie des Münchener Publikums. Keine turnte so einfallsreich wie der kleine, lustige Kobold aus Grodno in Weißrussland, und keine konnte durch ihre Emotionen die Herzen des Publikums so bewegen wie sie.

 

Im Mannschaftswettkampf der Turnerinnen hatte sie die Goldmedaille gewonnen, und beim Achtkampf führte sie bis zum vorletzten Gerät. Dann fiel sie vom Stufenbarren. Mit 7,50 Punkten kam sie nur auf den siebenten Platz. Dafür zeigte sie in der Einzelkür am selben Gerät  eine spektakuläre und fehlerfreie Darbietung. Trotzdem konnten sich die Kampfrichterinnen nicht zur Höchstnote 10,0 durchringen und gaben ihr stattdessen eine durchschnittliche Wertung von 9,80. Das Publikum tobte und pfiff die Jury minutenlang aus. Als sie später beim Bodenturnen und am Schwebebalken die Goldmedaille gewann, war die Welt wieder in Ordnung, und die nur 155 cm große Sportlerin winkte strahlend dem Publikum zu, das sich mit der kleinen Russin freute. Ihre Bilanz nach Abschluss der Turnwettbewerbe: Dreimal Gold, einmal Silber.

 

Die Ergebnisse der Schlusskämpfe vom 31. August 1972 aus deutscher Sicht: Karin Janz aus Ost-Berlin errang für die DDR am Stufenbarren und beim Pferdsprung jeweils eine Goldmedaille sowie Silber beim Achtkampf im Einzel- und Mannschaftswettkampf. Dabei erhielt sie in der Einzelwertung für ihre Kür am Stufenbarren mit 9,70 Punkten die höchste Wertung dieser Wettkämpfe. Die bundesdeutschen Turnerinnen errangen keine Medaillen.

 

Linkpfeil Joachim Böttcher: Hörfunk-Reportage vom Finale Stufenbarren (MP3-Datei)

 

Linkpfeil Turnen Damen (Flash-Video)