Glanzvolle Wettkämpfe (Die sportlichen Höhepunkte)

Hochsprung: Ulrike Meyfarths unerwartete Goldmedaille

 

 

Klaus Wolfermann
Die erst sechzehnjährige Schülerin Ulrike Meyfarth sorgte für die größte Überraschung im bundesdeutschen Olympiateam, als sie im Hochsprung auch für Experten unverhofft die Goldmedaille gewann. Das Finale am Abend des 4. September 1972 war atemberaubend: Die bis dahin völlig unbekannte Sportlerin aus Wesseling bei Köln übersprang sämtliche Höhen bis 1,88 Meter bereits im ersten Versuch, und die beiden noch im Wettbewerb verbliebenen Gegnerinnen Yordanka Blagojewa aus Bulgarien und die Österreicherin Ilona Gusenbauer wurden immer ratloser.

 

Mit einer Höhe von 1,90 Meter ging Ulrike Meyfarth schließlich in Führung, und die Konkurrenz musste das Handtuch werfen. Als Krönung des Abends ließ sie dann auch noch die Weltrekordhöhe von 1,92 Meter auflegen. Sie schaffte auch das, und das Publikum überschlug sich vor Begeisterung.

 

Am späten Abend fand die Siegerehrung statt. Zum letzten Mal hallte unbeschwerter Jubel durch das Münchener Olympiastadion. Wenige Stunden später, im Morgengrauen des 5. September 1972, endeten die heiteren Spiele im Kugelhagel von Maschinenpistolen.

 

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