Glanzvolle Wettkämpfe (Die sportlichen Höhepunkte)

Hochsprung: Ulrike Meyfarths unerwartete Goldmedaille

 

 

 

"Ohne die Ereignisse, die nur wenige Stunden später ihren Lauf nehmen sollten, hätte dieser ausgelassene Sprung zum Sieg der
16-jährigen Ulrike Meyfarth ein Symbol für die erfolgreiche Rehabilitation Westdeutschlands auf der Weltbühne werden können."
Kay Schiller, Christopher Young, München 1972, Seite 13

 

Klaus Wolfermann
Die erst sechzehnjährige Schülerin Ulrike Meyfarth sorgte für die größte Überraschung im bundesdeutschen Olympiateam, als sie im Hochsprung auch für Experten unverhofft die Goldmedaille gewann. Das Finale am Abend des 4. September 1972 war atemberaubend: Die bis dahin völlig unbekannte Sportlerin aus Wesseling bei Köln übersprang sämtliche Höhen bis 1,88 Meter bereits im ersten Versuch, und die beiden noch im Wettbewerb verbliebenen Gegnerinnen Yordanka Blagojewa aus Bulgarien und die Österreicherin Ilona Gusenbauer wurden immer ratloser.

 

Mit einer Höhe von 1,90 Meter ging Ulrike Meyfarth schließlich in Führung, und die Konkurrenz musste das Handtuch werfen. Als Krönung des Abends ließ sie dann auch noch die Weltrekordhöhe von 1,92 Meter auflegen. Sie schaffte auch das, und das Publikum überschlug sich vor Begeisterung.

 

Bei der Siegerehrung hallte zum letzten Mal unbeschwerter Jubel durch das Münchner Olympiastadion. Am späten Abend wurde Ulrike Meyfarth im Olympiastudio der ARD von Eberhard Stanjek interviewt und bekam einen großen Blumenstrauß des Bundeskanzlers überreicht. Nur wenige Stunden später, am frühen Morgen des 5. September 1972, endeten die bis dahin so heiter verlaufenen Spiele im Kugelhagel von Maschinenpistolen.

 

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